Self-Scanning-Test: So nervig ist das Scan & ...
Self-Scanning-Test

So nervig ist das Scan & Go-Shoppen bei Rewe in Frankfurt

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Scan & Go im Selbsttest: Das Hightech-Shoppen in einem Frankfurter Rewe-Markt läuft nicht ganz so reibungslos ab wie erhofft.
Scan & Go im Selbsttest: Das Hightech-Shoppen in einem Frankfurter Rewe-Markt läuft nicht ganz so reibungslos ab wie erhofft.

"Self Scanning" ist das Lebensmittel-Shoppen der Zukunft. Hört man immer mal. Grund genug für mich, meine Tochter Elif - eine Digital Native - als Testperson einzupacken und zum Frankfurter Rewe ins Nordwestzentrum zu fahren. Beim Wochenendeinkauf checken wir, was die Technik so kann.

Pionierstimmung beim Eintritt in den Markt. Wir laden die App auf mein iPhone 7Plus, scannen die Payback-Karte, scannen den Welcome-QR-Code an der Station im Eingangsbereich und starten freudig unseren Hightech-Einkauf.

Die Freude ist nach zwei Minuten vorbei. Nach dem Scannen unseres ersten Produktes - einer Avocado - stürzt die App ab und nichts geht mehr. Weder lässt sich das Produkt löschen, noch können wir einen neuen Einkauf starten. Wir wenden uns an die Kassenaufsicht. 

Sie empfiehlt uns den Rewe-eigenen Zebra-Scanner. "Der ist stabil", sagt sie. Stabil wollen wir bei unserem Corona-Großeinkauf gerne bleiben, deshalb beißen wir in den sauren Apfel und nehmen den Rewe-Scanner. Natürlich vergessen wir, ihn vorher zu desinfizieren.

Self-Scanning-Test: So nervig ist das Scan&Go-Shoppen bei Rewe in Frankfurt


Der Einkauf mit dem Rewe-Scanner klappt tatsächlich problemlos. Obstetiketten, Barcodes am Regal, Mengenveränderungen, Korrekturen, Leergut-Bon, alles funktioniert fehlerfrei. 

Der Kassiervorgang an der Express-Kasse läuft allerdings nicht ganz so fix wie angekündigt. Der Algorithmus hat uns auserkoren: Die Kassenaufsicht muss unseren 100-Produkte-Einkauf überprüfen. Kleines Problem dabei: Wir haben in einem durch jahrzehntelange Einkaufspraxis optimierten Einräumungsprozess bereits drei Mehrwegtaschen und eine Kühltasche höchst effizient und produktschonend befüllt. Ihre Aufforderung bringt uns fast zum Weinen.

Alles wieder auspacken?

Die Mitarbeiterin sieht in unsere verzweifelten und verdammt ehrlich aussehenden Gesichter und verzichtet auf die Kontrolle. Freundlich nickend lässt sie uns den Kassiervorgang fortsetzen.

Puh. Danke.

Also fertig? Nur fast.

Wir haben zwei Flaschen Wein gekauft.

Oha.

Also muss ich sie zur Altersprüfung nochmals bemühen.

Natürlich ist es goldrichtig, dass auch beim Handy-Shoppen das Alter beim Alk-Kauf überprüft wird. Allerdings dauert es jetzt zehnmal so lange wie an der "normalen" Kasse.

Spätestens jetzt sehnen wir uns nach unserer Lieblingskassiererin zurück, die uns sicher schon vor einer halben Stunde "E schee Wocheend!" gewünscht hätte. Aber wir wollten ja unbedingt die Hightech-Variante.
Fazit: Self Scanning im Supermarkt mit einem Großeinkauf mache ich in den nächsten Jahren nicht nochmal. Für kleine Einkäufe bis maximal 10 Artikel würde ich es nochmal versuchen. Aber der große Vorteil dieser technischen Errungenschaft hat sich bei diesem ersten Versuch nicht erschlossen. Schon gar nicht, wenn es mit dem eigenen Handy nicht funktioniert.

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