Store-Check: Warum dieser Kaufmann die Mensch...
Store-Check

Warum dieser Kaufmann die Menschen in 15 Bundesländern vor ein Rätsel stellt

Jürgen Schraudner
Immer wieder Vorreiter: Michael Seidl.
Immer wieder Vorreiter: Michael Seidl.

Der ganze Stolz Frankens: Edeka Seidl eröffnet im Kulmbacher Fritz-Center seinen zweiten Markt. Innovativ mit Shop-in-Shops. Frech dank Abteilungsbeschriftung in Mundart. Testen Sie Ihr Sprachgefühl in der Bildergalerie.

Kulmbach ist ein wunderbares Städtchen: 25.000 Einwohner, nicht zu groß, nicht zu klein, idylisch in einem grünen, nordbayerischen Tal gelegen. Oben drüber thront die Plassenburg. Es gibt große und kleine Brauereien, gute Bratwürste. Thomas Gottschalk hat hier seine Kindheit verbracht. In Sachen Vollsortimenter ist Edeka Seidl stark.

Inhaber Michael Seidl hat gerade ein zweites E-Center (2.700qm) eröffnet. Im Fritz-Einkaufszentrum. Für Supermärkte sind solche Malls immer etwas schwierig. Die Idee, mit fünf Shop-in-Shops innerhalb seines Edekas den Fachmarktcharakter des Centers fortzuführen, erscheint da logisch und dürfte helfen.

Zumal die Shops wirklich hübsch geworden sind. Panzer Ladenbau hat sich ins Zeug gelegt. Gleich am Eingang reihen sich auf: ein Bauernhofprodukte-Shop, einer von Lindt, einer mit regionalen Pralinen und ein Candy-Shop ("Bärchendealer"). Jeder dieser Shops ist zwischen 20 und 40 Quadratmeter groß und eng abgegrenzt.

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Der fünfte ist ein "Depot"-Shop im Marktinneren. Wir konnten mit Michael Seidl sprechen und er hat uns Verkaufszahlen der ersten Wochen gezeigt. Genaues sollen wir nicht sagen, aber soviel: Sie sind sehr gut. Die zwei Schokoladen-Premiumshops nehmen sich gegenseitig nichts weg, performen umsatzmäßig im Gleichschritt.

Mit Unverpackt-Regal 2.0

Das ist angesichts der Pandemie und damit verbundenen Einkommenseinbußen nicht selbstverständich. Zeigt aber auch: Wenn gut gemacht, kann man die Shopper immer noch zum Geldausgeben bewegen. Daneben ist Markt auch mit allem anderen auf der Höhe der Zeit: Infarm, lokales Spitzenfleisch in der Theke, wunderschöne Weinabteilung, großes Regal mit "Unverpackt für alle"-Produkten (Seidl war beim Thema Unverpackt deutschlandweiter Vorreiter), Handyscan mit der "Supersmart"-App.

Dies gesagt, kommen wir zum eigentlichen Aufhänger: Die Abteilungsbeschriftung. Michael Seidl ist Patriot und hat sich dazu hinreißen lassen, die Bezeichnungen, die ja eigentlich der besseren Orientierung dienen sollen, in derbem Oberfränkisch an die Wand zu pinnen. Wir finden das großartig, aber viele Nicht-Franken dürfte damit ihre Probleme haben. In unserer Bildergalerie können Sie Ihr Sprachwissen testen - wir geben die Antwort immer einen Klick weiter.

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