Store-Check: So leblos und lieblos ist der ne...
Store-Check

So leblos und lieblos ist der neue Amazon Fresh Supermarkt

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Auf Entdeckungstour: Kunden im neuen Amazon Fresh.
Auf Entdeckungstour: Kunden im neuen Amazon Fresh.

In Irvine in Kalifornien hat Amazon seinen zweiten "Amazon Fresh"-Supermarkt eröffnet. Technisch mag der Laden ein Meisterwerk sein. Doch selbst bei Tech-Fans hält sich die Begeisterung in Grenzen. Das hat Gründe.

 
Wie immer in Amazon-Läden hat die Technik auf den rund 3500 Quadratmetern einen großen Aufritt. Kunden können beispielsweisde den multifunktionalen "Amazon Dash Cart"-Einkaufswagen nutzen, um Artikel zu finden, Einkäufe zu verfolgen und mittels App die Bezahlung zu beschleunigen.

Amazon Dash Cart


An vielen Stellen soll der virtuelle Assistent Alexa den Kunden bei der Verwaltung von Einkaufslisten und der Navigation durch den Laden behilflich sein. Natürlich kann man sich auch Ware liefern lassen oder abholen.

Doch es ist schon erstaunlich, wenn beispielsweise das US-Medium "Venture Beat" von einem eher seelenlosen Test-Einkauf berichtet: "Der Laden fühlt sich an, als sei er größtenteils von Ingenieuren entworfen worden." 
Das ist umso bemerkenswerter, als "Venture Beat" einen Technologie-Magazin aus San Francisco ist, das sich eher wohlwollend Innovationen und disruptiven Ideen widmet.

Store-Check: So sieht es im neuen Amazon Fresh aus


Doch diesmal war man nicht wirklich amüsiert. Vielleicht lag es schon daran, dass der hippe Einkaufswagen nur begrenzt vorhanden war und man etliche Minuten auf einen der Carts mit Touchscreen und Kameras warten musste.

Schon mit dem Ladenbau kann sich das Tech-Magazin nicht anfreunden: "Die Amazon Fresh-Läden sehen wie kleine Lagerhäuser aus und haben den Charme von Walmarts Lebensmittelabteilungen, abzüglich zwei Drittel der Menschen und der Hälfte der Auswahl. Von der Beschilderung bis zu den Gängen und Spezialitätentheken fühlt sich Amazons neuestes Geschäft an, als sei es größtenteils von Ingenieuren entworfen worden."

Shopping im Amazon Fresh


Auch beim weiteren Weg durch die Filiale fühlt man sich nicht willkommen: "Abgesehen von den Produkten fühlt sich nichts in der Umwelt organisch an: Die Böden sind spartanisch, die Displays sind kastenförmig, und alles sieht so aus, als wäre es nicht von Menschen, sondern von Computern für die Kunden optimiert worden."
Zwar gibt es unter anderem frische Pizzen und Brathänchen. Aber keinen Platz, wo man die gemütliche verzehren könnte, beklagt der Autor.

Der stört sich auch daran, dass man keine Menschen nach Produkten fragen kann. Stattdessen gebe es Alexa-Displays auf Stelen an den Regalen, deren Künstliche Intelligenz bei der Suche nach Produkten helfen soll. Die KI war dann aber zuweilen "im Streik" - beziehungsweise ohne Internetverbindung.

Spaß hatte der Autor, der sich zuweilen wohl eher wie ein Versichskaninchen fühlte, eigentlich nur am Einkauf mit dem High-Tech-Einkaufswagen. "Ohne einen Dash Cart unterscheidet sich das Einkaufserlebnis nicht wesentlich von jedem alten kleinen Vorstadtsupermarkt." 
Vor Amazon Fresh muss man sich also wohl gegenwärtig nicht allzusehr fürchten. Und das beste Stück, den smarten Einkaufswagen, testen Händler bekanntlich auch längst schon hierzulande unter anderem unter dem Namen Easy Shopper.
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