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Store-Check

Nobel und frisch: Edeka Stadler+Honner betören München

Wanzl
Champagner für alle: Die Weinabteilung der Frisch-Nachbarn mit Bar. Künftig wird man den Einkauf nicht in Minuten, sondern Stunden messen.
Champagner für alle: Die Weinabteilung der Frisch-Nachbarn mit Bar. Künftig wird man den Einkauf nicht in Minuten, sondern Stunden messen.

Edeka Stadler+Honner erfinden sich mit dem Münchener Markt "Frisch-Nachbarn" neu. Den aktuellen Trend, Supermärkte zur Verweil-Verkostungs-Erlebnisfläche zu machen, bedienen sie dabei perfekt.

Die Mehrfilialisten Stephan Stadler und Hans Jürgen Honner sind besondere Edekaner. Als Cousins fallen sie aus dem gewohnten Rahmen, wonach Händler entweder alleine ihr Geschäft betreiben oder zusammen mit Partnern oder Kindern. Zweitens erstrecken sich ihre zehn Märkte über einen 170 Kilometer langen Bogen vom Bayerischen Wald bis nach München. Und drittens decken sie alles ab: vom 2000-Seelen-Markt (Ruhmannsfelden) über die Mittelstadt (Straubing) bis zur Metropole.

Riesenfläche von 7.500 Quadratmetern

Der Urspung liegt im Bayerischen Wald. Über die Jahre haben sich die Cousins immer weiter ihrer Landeshauptstadt genähert und betreiben dort mittlerweile erfolgreich zwei Märkte. Einer in Freising, 30 Kilometer vor München, einer direkt in der Stadt. Mit dem neuen, im März eröffneten Markt in Unterföhring (eigene Gemeinde, die direkt am Stadrand liegt) sind sie aber nicht vergleichbar. Der Neue spielt in einer anderen Liga, flächenmäßig wie inhaltlich. 

Das wird schon am Namen deutlich: Nicht mehr nur einfach "Stadler+Honner", sondern "Die Frisch-Nachbarn". Den Ostbayern war klar, dass sie mit der Übernahme des Ex-Marktkauf-Standortes einen großen Sprung hinlegen würden. Riesenfläche von 7.500 Quadratmetern, maximaler Gastro-, Convenience- und Hipness-Faktor. Eben perfekt angepasst an das zahlungkräftige Großstadtpublikum. Eine Design-Agentur hat am Erscheinungsbild des Marktes mitgearbeitet.

Store-Check: Edeka Stadler+Honner sind die neuen Frisch-Nachbarn


Die Gastronomie findet im Vokassenbereich statt. "Backstubn", "Gaststubn" und ein à-la-carte-Restaurant. Bayerisch, asiatisch, mediterran - die Auswahl ist groß. Wenn die Lage es zulässt, soll ein Koch mit Zutaten aus dem Markt wunderbare Gerichte zaubern und die Gäste begeistern. Genug Auswahl gibt es, mit 50.000 Produkten. Verweilen und Verkosten zählt auch im Inneren des Marktes. Etwa an der Champagner- oder Kaffeebar.

Steak ist eine Macht an der Theke

Stephan Stadler hat mit uns telefoniert und erzählt über das Kundenverhalten, das er nach ein paar Monaten Betrieb nun schon ganz gut einschätzen kann. Tatsächlich sitzt der Geldbeutel der Münchener locker, was man an einigen Kernsortimenten ablesen kann. Steak sei eine Macht an der Theke. Richtig gut läuft etwa Bisonfleisch, was wahrlich nicht jeder hat und das mit 99 Euro das Kilogramm auch richtig teuer ist. Rinderfilet ordentlicher Qualität kostet im Supermarkt bekanntlich weniger als die Hälfte.

Mit dem Hipness-Faktor verdienen Stadler+Honner ebenfalls Geld. Dass Milchersatzprodukte von Alpro, Oatly & Co. angesagt sind, weiß Stephan Stadler natürlich. Dass sie in der weißen Linie an diesem Standort schon ein Drittel ausmachen, überrascht aber auch ihn. Das ist typisch Großstadt. Dafür sind die Kunden beim Regionalitätsradius ewas lockerer, verglichen mit Landmärkten. Dennoch gibt es viele interessante Produkte aus dem Umland, etwa Fische aus dem Königssee oder Zuchtgarnelen aus Erding.
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