Warenwissen Wintergemüse

Auf den ersten Blick wirken sie meist unscheinbar und trist. Wenn die Temperaturen fallen, laufen Kohl und Knollen aber zur Höchstform auf. Erfahren Sie, wie Sie ihr Regal winterfest gestalten und wie uns Wintergemüse gesund durch die kalte Jahreszeit bringen.
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Grünkohl

Ein Kohlvertreter, der kein Kohlkopf ist. Er besteht aus länglich, stark gekrausten Blättern, die hellgrün bis dunkel-blaugrün gefärbt sind. Bei gelben Blättern ist Vorsicht geboten: Diese Ware ist schon etwas älter. Seit ein paar Jahren erlangt diese Kohlsorte ein Revival, der Grünkohl hat seinen Platz als Superfood in Smoothies gefunden – zu Recht: Grünkohl ist eine ergiebige Quelle für die Vitamine C und E, Mineralstoffe wie Calcium und Phosphor sowie reich an Ballaststoffen.

Knollensellerie

Sellerie ist ein vielseitiges Wurzelgemüse. Die Knolle enthält ätherische Öle, die einen aromatischen und kräftigen Geschmack bewirken. Die deutschen Verbraucher verwenden die Knolle vor allem in Suppen und Eintöpfen, die Selleriestangen roh oder leicht angedünstet in Salaten. Die Stangen sind zudem neuerdings als Dekor für Cocktails total im Trend.

Frische-Tipp: Frische Knollen klingen beim Klopfen nicht hohl.

Petersilienwurzel

Die Petersilienwurzel ist der Underdog der Wurzelgemüsefamilie. Sie ist mit der Kräuter-Petersilie verwandt und entsprang als verdickte Wurzel des Krautes. Den meisten Hobbyköchen ist sie unbekannt, obwohl sie mild im Geschmack und vielseitig einsetzbar ist. Sie ist robust und fühlt sich vor allem bei frostigen Temperaturen richtig wohl. Obacht bei der Warenkontrolle: Die Petersilienwurzel ist nicht mit der Pastinake zu verwechseln.

Rosenkohl

Der kleinste Vertreter der Kohlfamilie und dennoch nicht zu unterschätzen: Von Belgien aus hat er, auch als „Brüsseler Kohl“ bekannt, die Herzen seiner Feinschmecker erobert. Frost mag er besonders gerne und wird dadurch geschmacklich milder. Konsumenten verzehren ihn in gegarter Form. Rosenkohl eignet sich als Beilage oder als Zutat in Aufläufen und Eintöpfen.

Rote Bete

Ob sie Rote Beete oder Rote Bete heißt, darüber streiten sich bis heute Germanisten. Fakt ist: Diese Rübensorte ist durch den teilweise erdig-holzigen Geschmack nicht bei allen Kunden beliebt. Dabei macht sie farblich viel her, strotzt nur so vor Vitaminen und ist vielseitig einsetzbar: als Salat, geschmort, als Suppe oder Eintopf. Verbrauchertipp: Die rohe Rote Bete ist in der Zubereitung zwar aufwändiger, macht farblich und geschmacklich aber viel mehr her als ihre vakuumverpackten Artgenossen.

Rotkohl

Der rot gefärbte, kleine Bruder des Weißkohls ist vor allem in der eingekochten Form von „Rotkraut“ mit Orangen oder Äpfeln passend zu Knödeln und Gans in der Weihnachtszeit beliebt. Planen Sie jetzt Ihre Vorräte! Die Rotfärbung wird durch Anthocyane bewirkt, die eine wichtige Rolle bei der Stärkung des Immunsystems spielt – vor allem in den Wintermonaten. Fun-Fact: Durch die Zugabe von Zitronensaft oder Essig verfärbt er sich eher dunkelrot, durch die Zugabe von Natron wird er eher bläulich.

Schwarzwurzel

Der Zweitname „Spargel des Winters“ verleiht der Schwarzwurzel etwas Königliches. In der Tat gibt es in der Zubereitung Parallelen: Verbraucher können Schwarzwurzel geschält als Beilage beispielsweise mit „Sauce Hollandaise“ servieren oder in Eintöpfen verwenden. Obacht bei der Zubereitung: Die Schale gibt beim Schälen braune Farbe ab, was für die Frische des Produkts spricht. Es empfiehlt sich, bei der Zubereitung Handschuhe zu tragen.

Steckrübe

Auch als Kohlrübe bekannt, hat das aus Skandinavien stammende Wurzelgemüse seinen Weg zu uns gefunden. Die Knollen sind außen violett, im Kern gelb bis weiß gefärbt und können bis zu 1,5 Kilogramm schwer werden. In dieser Gewichtsklasse werden die Steckrüben allerdings schnell holzig, daher ist es ratsam, auf kleinere Früchte zurückzugreifen. Die Steckrübe besitzt einen würzigen, süßlichen Geschmack und ist die kalorienarmste der Wurzelgemüse.
Frostig und Low Carb
Auch einige Salatsorten mögen es frostig: Feldsalat, Chicorée und Radicchio haben im Winter ebenfalls Hauptsaison und sind als frische Feldware abrufbar.

Es ist kein Zufall, dass Wintergemüse sich hervorragend für die Low-Carb-Küche eignen: Sie bringen zumeist einen hohen Anteil an Ballaststoffen mit. Außerdem enthalten sie wertvolle Mineralien und Vitamine, die gleichzeitig das Immunsystem in der kalten Jahreszeit stärken.

Weißkohl

Ein ganz schön großer Brummer: Mit bis zu 2 Kilogramm ist der Weißkohl das Schwergewicht in der Kohlfamilie. Der Hauptanteil der Ernte wird direkt zu Sauerkraut weiterverarbeitet, was ihn lange haltbar und damit über lange Strecken lieferbar zu einer weltweit bekannten deutschen Spezialität macht.

Wirsing

Im nördlichen Mittelmeerraum beheimatet ist dieser Vertreter die drittbeliebteste Kohlsorte der Deutschen. Vor allem der zarte Frühkohl (auch Zartkohl) eignet sich für die Zubereitung von Salaten. Klassisch verwenden die Verbraucher den Wirsing meist aber als Beilage oder als Roulade.

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