Warenwissen Tiefkühlprodukte

Laut Deutschem Tiefkühlinstitut isst der Verbraucher in Deutschland durchschnittlich 46,3 Kilogramm TK-Produkte pro Jahr. Die Tendenz ist steigend. Ein Anlass, um die beliebtesten Produkte einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
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Sahneeis

— Warenkunde: Rahm- oder Sahneeis muss mindestens 18 Prozent Milchfett aus Sahne enthalten und ist wegen seiner cremigen Konsistenz und seines intensiven Geschmacks beliebt. Die beliebtesten Sorten sind „Vanille“, „Schokolade“, „Stracciatella“ und „Pistazie“. Sahneeis mit Keksstücken und Brownies ist sommers wie winters in aller Munde.

— Handling: Lassen Sie das Sahneeis vor dem Verzehr ein paar Minuten antauen, dann wird es noch cremiger. Garniert mit frischen Früchten, Sahne, Schokoladensauce oder Keksstreuseln wird Sahneeis zum Verwöhn-Dessert.

POS-Tipp: Platzieren Sie neue Sahneeis-Sorten exponiert – am besten am Anfang der Eisprodukte oder in einer Kopftruhe.

Wassereis

— Warenkunde: Wassereis ist nicht die gesündeste Eisvariante, wird aber von Kindern seit Jahrzehnten heiß geliebt. Es besteht hauptsächlich aus Wasser und Zucker, enthält weniger als drei Prozent Fett und diverse Hilf-, sowie Farb- und Aromastoffe. Inzwischen gibt es Bio-Varianten, die mit Fruchtsaftkonzentraten und Agavendicksaft das ungesunde Image etwas aufmöbeln.

— Handling: Wassereis schmeckt am besten am Stiel oder als Stangeneis. Da werden Kindheitserinnerungen wach.

POS-Tipp: Bieten Sie Multipacks an. Vor allem die Topseller-Sorten Cola, Orange und Zitrone sollten immer in der Truhe vorhanden sein.

Fruchteiskrem

— Warenkunde: In Fruchteiskrem ist nicht nur Frucht drin. Die Eiskrem muss mindestens acht Prozent Milchfett enthalten und eine fruchtige Note haben. Die Königsfrucht in dieser Kategorie ist seit vielen Jahrzehnten die Erdbeere.

— Handling: Fruchteiskrem wird sehr gerne mit Rahm- oder Sahneeis kombiniert. Wer kann zu einem gemischten Erdbeer- und Vanilleeisbecher mit Sahnetopping schon „Nein“ sagen?

POS-Tipp: Der Dauerbrenner Erdbeereiskrem sollte aufgrund seiner Beliebtheit von Markenherstellern und der hauseigenen Marke angeboten werden.

Fruchtsorbet

— Warenkunde: Sorbeteis ist vor allem für Kunden mit Laktoseintoleranz und für figurbewusste Shopper interessant. Der Fruchtanteil ist mit 25 Prozent besonders hoch, bei sauren Früchten müssen lediglich 15 Prozent enthalten sein. Ansonsten werden Zucker und manchmal färbende Lebensmittel oder Aromen beigefügt. Fruchtige Kassenschlager sind die Sorten Zitrone und Mango.

— Handling: Für Fruchtsorbet gilt: Weniger ist mehr. Diese frische Köstlichkeit sollte man pur genießen!

POS-Tipp: Machen Sie Kunden auf den besonders niedrigen Kalorien- und den besonders hohen Fruchtgehalt aufmerksam.

Frozen Yoghurt

— Warenkunde: Frozen Yoghurt ist ein Trend-Eis für Figurbewusste, da es hauptsächlich aus Joghurt und Magermilch besteht. Ende der 70er-Jahre feierte es seinen Siegeszug durch die USA, bis der Trend im Jahr 2010 nach Deutschland hinüberschwappte. Neben der Softeis-Variante in Frozen-Yoghurt-Läden findet sich die leuchtend weiße Eisspezialität auch zunehmend im Tiefkühl-Regal von Supermärkten.

— Handling: Frozen Yoghurt schmeckt pur oder mit allerlei Saucen. Von Himbeer- über Karamell- bis zur Schokosauce, auch Toppings wie kleingeschnittene Früchte, Schoko-Splitter oder Keksstreusel passen perfekt zu Frozen Yoghurt.

POS-Tipp: Den Trend-Faktor nutzen und das Joghurt-Eis auffallend platzieren – beispielsweise in einer Kopftruhe.

Gemüse

— Warenkunde: Rohgemüse wie Erbsen, Brokkoli, Bohnen, Rosenkohl, Porree, Möhren, Paprika und Kohlrabi werden kurz nach der Ernte gewaschen, geputzt, blanchiert und schockgefrostet. Diese Behandlung tötet Mikroorganismen ab, intensiviert die Farbe und verhindert den Abbau von Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen während der Lagerzeit.

— Handling: Durch das Umluftfrosten bleibt das Gemüse schüttfähig und kann genau portioniert werden. Ein Pluspunkt für Nachhaltigkeit und sparsames Kochen: So landet kein verfaultes Gemüse im Müll.

POS-Tipp: TK-Gemüse ist laut Deutschem Tiefkühlinstitut mit 15,8 Prozent die drittbeliebteste Produktgruppe – nur TK-Fertiggerichte und TK-Pizza verkaufen sich besser. Eine große Vielfalt an Gemüsesorten kommt beim Kunden daher sicher gut an.

Obst

— Warenkunde: Tiefkühl-Obst wird von ausgewählten Bauern angebaut und während der gesamten Wachstumsphase streng kontrolliert. Wenn der optimale Reifezustand erreicht ist, wird geerntet. Die Rohware wird verlesen, gewaschen, geputzt und bei Bedarf zerkleinert. Dann geht es ans Schockfrosten. Die fruchtigen TK-Topseller Himbeeren, Waldbeeren und Heidelbeeren werden mit dem Umluftfroster bei Temperaturen von -30°C bis -50°C innerhalb von wenigen Minuten auf eine Kerntemperatur von mindestens -18°C gebracht.

— Handling: Das tiefgekühlte Obst entweder über Nacht im Kühlschrank oder 30 Minuten bei Zimmertemperatur auftauen lassen und weiter verarbeiten.

POS-Tipp: TK-Beeren aller Art sind begehrte Zutaten für Smoothies, Torten, Muffins oder Desserts. Daher sollten sie das gesamte Jahr über in der Truhe verfügbar sein.

Spinat

— Warenkunde: Tiefgekühlten Spinat gibt es als Blattspinat und gehackt. Teilweise ist er mit Sahne oder Käse verfeinert. Gegenüber frischem Spinat hat er einen Riesenvorteil: Schon nach einem Tag Lagerung hat frischer Spinat über 50 Prozent seines Vitamingehalts verloren. TK-Spinat verliert in 4 Monaten nur rund 15 Prozent. Erntefrisch, geputzt und blanchiert kommt er auf den sogenannten Plattenfroster. Verpackt liegt er zwischen Platten, durch die ein Kältemittel fließt. Die Platten werden auf die Verpackung gepresst, dabei wird dem Gemüse die Wärme entzogen.

— Handling: Spinat ist vielseitig verwendbar: in Nudelsaucen, als Pizzabelag, auf Quiches und in Suppen. Die gefrorenen Spinatblöcke sind einfach portionierbar und können teilweise ohne voriges Auftauen verarbeitet werden.

POS-Tipp: Tiefkühl-Spinat ist ein Einkaufslisten-Liebling. Haben Sie stets mehrere Varianten vorrätig!

Fisch

— Warenkunde: Wildfische wie Seelachs, Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch, Tintenfisch und Wildlachs werden noch auf hoher See ausgenommen, gesäubert, filetiert und in Tiefkühlräumen gelagert. Fische aus küstennahen Gebieten und aus Aquakultur werden an Land schockgefrostet. Beliebte Fische aus der Aquakultur sind Forelle, Pangasius, Tilapia, Dorade Royale, Wolfsbarsch und Weißer Heilbutt. Fisch ist so gesund, dass er mindestens einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen sollte. Er versorgt den Körper mit Eiweiß, Vitamin D, Vitamin B1, B5, B12, Jod, Omega-3-Fettsäuren und Selen.

— Handling: Viele tiefgekühlte Fische und vor allem Fischprodukte wie Fischstäbchen oder Backfisch können ohne voriges Auftauen in Pfanne, Ofen, Topf oder Grill zubereitet werden. Naturbelassene Fische oder Garnelen werden am besten langsam im Kühlschrank aufgetaut. Vor dem Auftauen die Verpackung entfernen.

POS-Tipp: Das beste Verkaufsargument ist die schonende und fangfrische Verarbeitung der Meerestiere: TK-Fische sind blitzschnell zubereitet und schmecken wie frisch gefangen.

Fertiggerichte

— Warenkunde: Kohlrouladen, Paella, Tortellini-Pfanne: Das Angebot ist vielfältig und international. Tiefkühlgerichte, die für sich allein eine ganze Mahlzeit sind, erfreuen sich in unserer schnelllebigen Zeit zunehmender Beliebtheit. Laut Absatzstatistik des Deutschen Tiefkühlinstituts sind Fleischgerichte mit Beilagen am beliebtesten, darauf folgen Nudelgerichte und Pizzen.

— Handling: Komplettgerichte machen es möglich, dass man immer eine warme Mahlzeit griffbereit hat, wenn es mal schnell gehen muss. Die Zubereitung ist denkbar leicht: Das Gericht wenige Minuten in der Mikrowelle erhitzen oder kurz in der Pfanne durchgaren.

POS-Tipp: Mit Vielfalt beim Kunden punkten. Bieten Sie neben deutschen Spezialitäten auch internationale Gerichte an.

Garnelen

— Warenkunde: Die zahlreichen, verschiedenen Garnelenarten werden nach zwei Werten unterschieden: Größe und Herkunft. Die großen „Seawater“- und „Freshwater“-Garnelen werden wild im Ozean gefangen, die kleineren in Aquakultur gezüchtet. Die Garnelen werden nach dem Fischen schockgefrostet. Dabei erhalten sie einen Eismantel, eine Art Glasur, der sie optimal vor Keimen schützt.

— Handling: Küchenfertige Garnelen zwei Stunden im Kühlschrank auftauen und blitzschnell in Pfanne oder Topf weiterverarbeiten. Shrimps mit Schale eignen sich besonders gut zum Grillen.

POS-Tipp: Viel Eiweiß, kaum Fett: ein überzeugendes Verkaufsargument für Fitness-Foodies. Bio-Ware punktet zunehmend beim Kunden, da bei der Zucht keine Chemikalien und Antibiotika eingesetzt werden.

Geflügel

— Warenkunde: Geflügel wird nach dem Schlachten, Rupfen, Ausnehmen und Reinigen schockgefrostet. Dabei erreicht die Kerntemperatur innerhalb einer Stunde -18°C. Qualitativ unterscheidet sich das Geflügel beim Tiefgefrieren nicht von frischer Ware, doch leidet die Zellstruktur des Fleisches beim Auftauen. Deshalb ist es nach der Zubereitung meist trockener und zäher als frisches Fleisch.

— Handling: Je größer das Geflügel, desto länger dauert das Auftauen. Das Auftauwasser grundsätzlich wegschütten, es kann Salmonellen enthalten. Suppenhühner und portioniertes Geflügel können ohne Auftauen sofort gekocht, gebacken oder gebraten werden.

POS-Tipp: Vom ganzen Hähnchen über Hähnchen Nuggets bis zu marinierten Chicken Wings: Die Vielfalt an Geflügel-Produkten in der Tiefkühltruhe ist groß. Die Verbraucher-Vorteile: Es ist gesund, kalorienarm und lässt sich vielseitig zubereiten.

Fleisch

— Warenkunde: Vor allem tiefgekühlte Lamm- und Rindersteaks zeichnen sich durch hohe Qualität aus, da nur ausreichend gereiftes Fleisch verarbeitet wird. Durch das Schockfrosten wird die äußere Fleischschicht sofort versiegelt, so dass keine Feuchtigkeit austreten kann und das Fleisch zart bleibt. Schweinefleisch lässt sich schlecht einfrieren und ist nur in verarbeiteter Form – wie etwa als Gyros oder Cordon Bleu – erhältlich.

— Handling: Das Tiefkühlen tötet die Keime im Fleisch nicht ab, sondern hindert sie nur am Wachsen. Deshalb das Fleisch an einem desinfizierten Ort auftauen, am besten über Nacht im Kühlschrank oder ein paar Stunden lang bei Zimmertemperatur. Kleinere Fleischhappen mit geringem Durchmesser und Größe können tiefgefroren direkt in der Pfanne gebraten werden.

POS-Tipp: Weisen Sie Ihre Kunden auf die besondere Saftigkeit von Lamm- und Rindersteaks hin, die durch die besondere Verarbeitung entsteht. Das Trend-Produkt Burger-Patties sollte vor allem zur Grill-Hochsaison gut sichtbar platziert sein.

Pommes Frites

— Warenkunde: Pommes Frites sind seit Jahrzehnten der Renner im TK-Regal. Die ideale Pommes-Kartoffel sollte viel Stärke und wenig Zucker enthalten, weshalb oftmals die Sorten Agria, Lady Amarilla und Fontane verwendet werden. Frisch geerntete Kartoffeln werden geschält, geschnitten, gewaschen, drei Minuten lang in 180°C-heißem Öl frittiert und bei einer Temperatur von unter -30°C schockgefrostet.

— Handling: Pommes werden im Backofen krosser, wenn man sie vor dem Backen mit Salzwasser besprüht – am besten mit einer Blumen-Sprühflasche. Dann bei 200°C Umluft rund 20 Minuten lang bis zum gewünschten Bräunungsgrad backen.

POS-Tipp: Das Trendprodukt Süßkartoffelpommes wird immer beliebter. Unbedingt im Sortiment haben!

Pizza

— Warenkunde: Von der schnörkellosen Margherita über Speciale bis hin zur vegetarischen Bio-Pizza. Der Teig für TK-Pizzen wird von Maschinen vollautomatisch zusammengerührt, geknetet, ausgerollt und ausgestanzt. Dann werden die Pizza-Platten belegt und bei 220 bis 380°C wenige Minuten vorgebacken, um schließlich bei -18 bis -24°C schockgefrostet und eingeschweißt zu werden.

— Handling: Den Backofen vorheizen, die Pizza aufs Blech legen und nach 10 – 15 Minuten genießen. Ein paar Extra-Beläge wirken Wunder. Schon schmeckt die TK-Pizza fast so gut wie beim Italiener.

POS-Tipp: Rund neun Pizzen verdrückt jeder Deutsche pro Jahr. Käufer schätzen Vielfalt: Zunehmend werden auch vegetarische Pizza-Variationen gewünscht, vor allem von jungen Shoppern.

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Kuchen und Torten

— Warenkunde: Für die Herstellung von Tiefkühl-Torten und -Kuchen sind viele handwerkliche Schritte nötig, ebenso wie beim Konditor nebenan. Obst wird gewaschen und zerkleinert. Biskuit-Schichten werden gebacken, Füllungen frisch angerührt und glatt gestrichen und natürlich Verzierungen platziert. Die schöne Form und Farbe behält die TK-Torte durch ein gleichmäßiges und besonders schnelles Wind-Frosten bei -34°C, das verhindert, dass große Eiskristalle entstehen.

— Handling: Wenn der Kaffeebesuch spontan hereinschneit: Einfach den Kuchen kurz im Ofen oder in der Mikrowelle erhitzen. Noch besser ist die schonende Auftau-Methode bei Zimmertemperatur. Bereits angeschnittene Torten sind schneller verzehrbereit.

POS-Tipp: Wer schon einmal versucht hat, eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte zu backen, weiß, wie aufwändig und zeitraubend das ist. Ein schlagendes Verkaufsargument für die leckeren TK-Torten.

Frühstücksgebäck

— Warenkunde: Ob Weizenbrötchen, Laugenbrezel oder Croissant: Tiefgekühlte Frühstücks-Backwaren werden so hergestellt wie in der Bäckerei. Die Teige reifen vor der Weiterverarbeitung, werden je nach Rezeptur mit Körnern garniert und zu 97 Prozent fertiggebacken. Wann sie knusprig und warm aus dem Ofen kommen, bestimmt allein der Verbraucher.

— Handling: Die Rohlinge in den vorgeheizten Ofen geben. Die Backzeit ist je nach Rezeptur verschieden.

POS-Tipp: Ein super Verkaufsargument ist: Tiefkühl-Frühstücksgebäck macht das Wochenende gemütlicher. Auch Langschläfer und Gehfaule müssen so auf ihren Frühstücksgenuss nicht verzichten.