Warenwissen Tabakwaren

Der Markt für E-Zigaretten ist noch jung, wächst aber stetig. Etliche Fachbegriffe sind für Kunden noch ungewohnt. Wegen des Beratungsbedarfs ist der Fachhandel im Vorteil. Noch: Denn Supermärkten bietet sich die Chance, in dem Segment aufzuholen. Einige Schlagwörter fürs Verkaufsgespräch im Überblick.

E-Zigaretten

Bei der E-Zigarette wird das sogenannte Liquid, eine aromatisierte Flüssigkeit, die oftmals auch Nikotin enthält, mithilfe von Verdampfern erhitzt. Sie enthält also keinen Tabak. Die elektrische Zigarette besteht in der Regel aus zwei Teilen: einer Akku- und Steuereinheit sowie einer Verdampfungseinheit mit Tank oder Depot und Mundstück. Die Akku- und Steuereinheit liefert die Energie für den Verdampfungsprozess. Sie besteht üblicherweise aus einem Lithium-Ionen-Akku und der Steuerelektronik. Es gibt drei verschiedene Arten von Akkus: automatische Akkus, manuelle Akkus sowie regelbare Akkus. Automatische Akkus sind der Standard bei Einweg-E-Zigaretten, auch „Cig-a-likes“ genannt, und werden über einen Luftdrucksensor aktiviert. Bei manuellen Akkus bestimmt der Nutzer per Knopfdruck Dampfmenge und Dauer des Zuges. Regelbare Akkus sind beliebt, weil hierbei der Nutzer die Leistung seiner E-Zigarette elektronisch nach Wunsch einstellen kann.

Tabakerhitzer

Bei einem elektronischen Tabakerhitzer wie beispielsweise „IQOS“ von Philip Morris wird Tabak nicht wie bei einer normalen Zigarette verbrannt. Stattdessen wird er bei rund 250 bis 300 Grad Celsius erhitzt. Dabei entsteht ein Dampf, der nach Tabak schmeckt. Der elektronische Tabakerhitzer wird häufig als Hybrid- oder Zwitter-Zigarette bezeichnet, da er die Lücke zwischen normaler Zigarette und E-Zigarette schließt. „IQOS“ besteht immer aus einem Stift – auch Holder genannt – in den der Nutzer den Tabakstick einführt und aufheizt. Daneben gibt es den „Pocket Charger“, in dem der Holder nach dem Gebrauch wieder aufgeladen wird, ein Ladekabel für den Charger und Reinigungszubehör. Um „IQOS“ zu nutzen, braucht man schließlich noch Tabaksticks, die es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen zu kaufen gibt. Ende Mai 2017 hat Philip Morris „IQOS“ in Deutschland eingeführt. Weltweit gibt es dem Unternehmen zufolge aktuell schon 6,6 Millionen Nutzer.

Verdampfer

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Verdampfer-Modellen. Am weitesten verbreitet ist der sogenannte „Bottom Coil“-Verdampfer. Bei diesem Modell befindet sich der Verdampferkopf am Boden der Verdampfungseinheit. In dieser vorteilhaften Position ist der Verdampferkopf stets direkt vom Liquid umgeben und die Gefahr des Trockendampfens („Dry Hit“) wird gegenüber anderen Modellen minimiert. Bei nahezu allen E-Zigaretten-Modellen gilt das gleiche Prinzip: Im Verdampferkopf befindet sich eine Heizwendel. Diese besteht aus einer mit Draht umwickelten Glasfaser, welche als Docht in den Tank hineinragt. Bei Aktivierung der E-Zigarette wird die Heizwendel durch den im Akku erzeugten Strom auf 60 bis 120 Grad elektronisch erhitzt. Gleichzeitig führt die Glasfaser das Liquid aus dem Tank oder Depot an den Heizdraht heran und die Flüssigkeit verdampft. Über kleine Öffnungen im Verdampfergehäuse wird beim Zug an der E-Zigarette Luft angesogen.

Heets

Heets, oder auch Tabaksticks, enthalten gepressten Tabak. Der Stick wird beispielsweise im IQOS-Tabakerhitzer bei rund 300 Grad Celsius erhitzt. Heets-Gebinde sind kleiner als Zigarettengebinde und verfügen über einen helleren Farbcode. Sie tragen keinen Bildwarnhinweis, sondern lediglich den Hinweis „Rauchen ist tödlich“. Der Grund: Heets werden in die Kategorie Pfeifentabak eingestuft. Hier kommen keine Bildwarnhinweise zum Einsatz. Zudem sind Heets-Packungen viel kleiner als Zigarettenschachteln, obwohl der Inhalt mit 20 Stück einer Originalpackung gleicht. Philip Morris vertreibt Heets in fünf unterschiedlichen Geschmacksrichtungen: Bronze, Amber, Red, Yellow und Turquoise. Turquoise ist der Neuzugang im Philip-Morris-Sortiment und erinnert geschmacklich an Menthol-Zigaretten.

Liquids

Das Liquid ist der „Treibstoff“ jeder echten E-Zigarette. Maximal fünf Liquid-Substanzen werden bei der Herstellung verwendet. Verschiedene Frucht-, Süß- oder Tabakaromen sorgen für Vielfalt. Liquidsysteme ersetzen den Tabak – im Gegensatz zu den umgangssprachlich oft auch als E-Zigaretten bezeichneten Tabakerhitzern. Es gibt, vereinfacht gesagt, offene und geschlossene Liquidsysteme. Für den Handel relevant: Das geschlossene System zeichnet sich durch einfache Bedienbarkeit aus. Zudem hat es eine gute Dampfentwicklung. Dadurch ist es in dem noch jungen Markt für Einsteiger interessant. Die Marktführerschaft hier reklamiert unter Bezug auf Nielsen-Daten Reemtsma mit dem System „MyBlu“. Es kommt mit einer Auswahl von zwölf Aromen – diese jeweils in zwei Nikotinstärken sowie nikotinfrei.

E-Pfeifen

Der Begriff E-Pfeife (elektrische Pfeife) bezeichnet ebenfalls eine E-Zigarette, die in ihrer Form der einer klassischen Tabakpfeife ähnelt. Daneben ist auch der Begriff E-Shisha gebräuchlich, der allerdings nur zu Marketingzwecken etabliert wurde. Hierbei handelt es sich um eine normale E-Zigarette. E-Pfeifen verdampfen Liquid und funktionieren genauso wie die E-Zigaretten. Lediglich ihre Bauform entspricht meist der einer klassischen Tabakpfeife. Es gibt sowohl E-Pfeifen, die durch Feuerknöpfe aktiviert werden als auch E-Pfeifen mit einem „Unterdruckschalter“. Hier muss man zum Dampfen keinen Knopf drücken, sondern aktiviert die Pfeife durch das Ziehen am Mundstück. Oft sind E-Pfeifen mit einer LED-Leuchte ausgestattet, die beim Ziehen aufleuchtet und so das Glimmen einer Tabakpfeife imitiert.

Pods

Pod-Systeme sind kompakte Liquid-Systeme. Geschlossene und nicht nachfüllbare Pods sind einfach in Anwendung und Wartung. In ihrer Einfachheit ähneln sie oft dem Prinzip der Kaffeekapsel-Systeme. Es entfällt der große Aufwand mit dem Nachfüllen oder dem Wechsel von Verdampferköpfen. Zudem haben die Geräte einen hohen Zugwiderstand, was dem einer klassischen Tabakzigarette ähnelt. Sie sind auf Mund-zu-Lunge („mouth-to-lung“ – MTL) ausgelegt wie auf die direkte Inhalation (direct-to-lung – DTL). Pod-Systeme haben eine beschränkte Akkukapazität. Pods gibt es sowohl nachfüllbar als auch vorbefüllt und nicht nachfüllbar. Letztere werden etwa bei den Produkten von „JUUL“, „MyBlu“ oder „Aspire Gusto Mini“ verwendet. Nachfüllbare Pod-Systeme sind variabler und günstiger im Unterhalt.

Sub-Ohm

Pod-Systeme (siehe links) arbeiten mit einem höheren elektrischen Widerstand im Verdampferkopf. Dieser erzeugt weniger Dampf und weniger Leistung wird benötigt. Beim Sub-Ohm-Dampfen wird dagegen ein geringer elektrischer Widerstand erzeugt – wodurch mehr Dampf entsteht und mehr Akku-Leistung benötigt wird. Ein Widerstand unter 1,0 Ohm wird Sub-Ohm genannt. Eine besonders starke Dampfentwicklung entsteht. Fortgeschrittene Verwender können den Widerstand innerhalb ihres Pod-Systems selbstständig reduzieren, was nicht unumstritten ist. Einige Hersteller bieten eine große Auswahl an Geräten, die das Sub-Ohm-Dampfen sicherer machen soll. Zu Beginn sollte eine niedrige Einstellung gewählt werden. Leistung und Temperatur können auch in kleinen Schritten gesteigert werden.
Zahlen zum Markt
Es gibt in Deutschland:

19 Millionen Raucher

1,5 Millionen Dampfer von E-Zigaretten

2/3 davon sind Dualisten, rauchen also noch Zigaretten und verwenden E-Zigaretten

Quelle: Hersteller-Schätzungen; Werte gerundet

Umsatz mit E-Zigaretten in Deutschland:

140 Millionen Euro Stationärer Handel ohne Online. Quelle: Nielsen

+400 Millionen Euro Fachhandel. Quelle: Umfrage des Branchenverbands Bündnis für Tabakfreien Genuss, BfTG; Werte gerundet