Warenwissen Babynahrung

 Säuglinge und Kleinkinder gehören zu den empfindlichsten Verbrauchern und genießen besonderen Schutz. Deshalb muss Babynahrung strengste Anforderungen erfüllen.
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Rechtliches

Babynahrung unterliegt der EU-Verordnung über „Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder, Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke und Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung“. Sie hat im Juli 2016 die bis dahin geltende Diätverordnung abgelöst. Kindermilch ist eine Ausnahme. Sie ist auf EU-Ebene nicht geregelt und darf in Deutschland weiterhin als Diätetisches Lebensmittel in Verkehr gebracht werden.

Werbung, die darauf abzielt, Mütter vom Stillen abzuhalten, ist in der EU verboten. Dafür sorgen Richtlinien und Verordnungen. Sie besagen, dass Babynahrung nicht der Muttermilch gleichwertig oder überlegen dargestellt werden darf. Erlaubt sind nur wissenschaftlich bestätigte und sachliche Aussagen über die Produkte.

Pre-Nahrung

Pre-Nahrung ist Milch speziell für die Kleinsten: Sie ist für Säuglinge von Geburt an geeignet, wenn die Mutter nicht stillen kann oder möchte. Sie ist der Muttermilch am ähnlichsten, da sie nur Milchzucker (Laktose) als Kohlenhydrat-Quelle enthält. Zudem sind ihr Eiweiß, Fettsäuren und gesetzlich festgelegte Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen zugesetzt. Die Pre-Nahrung ist dünnflüssig und darf dem Baby nach Bedarf gegeben werden.

Folgenahrung

Folgenahrung, auch 2er- oder 3er-Nahrung genannt, dürfen Säuglinge im zweiten Lebenshalbjahr bekommen. Dann sind die Nieren genügend gereift, um größere Mengen an Eiweiß verdauen zu können. 2er- und 3er-Nahrung sind sämiger und sättigen länger. Anders als Säuglingsanfangsnahrungen dürfen sie daher nicht mehr nach Bedarf gefüttert werden, sondern mengenmäßig nach den Herstellerempfehlungen.

Hypoallergene Nahrung

Der Begriff HA-Nahrung steht für „hypoallergene“ Nahrung. Das bedeutet, dass die enthaltenen Eiweiße gespalten sind, dass das Immunsystem des Säuglings sie nicht als Fremdkörper erkennt. HA-Nahrung wird allergiegefährdeten Kindern empfohlen, weil Mutter oder/und Vater oder ein Geschwisterkind ebenfalls eine Allergie haben. HA-Nahrung schmeckt leicht bitter. Es gibt sie je nach Hersteller als Pre-, 1er-, 2er- oder 3er-Milch.

Beikost

Beikost ersetzt schrittweise die Milchmahlzeiten, wenn der Säugling mindestens fünf Monate alt ist. Für Beikost gelten besondere gesetzliche Vorgaben hinsichtlich Zutaten, Zusammensetzung, Rückstände und Kennzeichnung. Außerdem muss sie auf die Entwicklungsstufen und Fähigkeiten zur Nahrungsaufnahme angepasst sein.

Kindermilch

Kindermilch ist für Kleinkinder entwickelt worden. Sie soll eine Alternative für fettarme Kuhmilch sein und wird meist aus Magermilch hergestellt. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe runden die Rezepturen ab. Es gibt sie je nach Hersteller in den Stufen 1+ (ab 1 Jahr) und 2+ (ab 2 Jahren).

Antworten auf Fragen zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern gibt es auf gesund-ins-leben.de. Das Netzwerk von Institutionen und Verbänden zeigt in Deutschland geltende Empfehlungen auf.