Kolbrücks Kracher: Verschenken Sie Ihren Mark...
Kolbrücks Kracher

Verschenken Sie Ihren Markt  - und andere verrückte Ideen mit Potenzial

IMAGO / blickwinkel
Sie suchen neue Ideen? Denken Sie spielerisch drüber nach. So wie Kinder.
Sie suchen neue Ideen? Denken Sie spielerisch drüber nach. So wie Kinder.

Viele neue Lösungen kosten Geld. Doch manchmal kommt es eher auf gute Ideen an, die aus bewährten Strukturen ausbrechen. Hier sind 6 Vorschläge abseits der Norm.

Innovationen in Ladendesign und Technik sind gut und richtig. Zuweilen kann aber auch eine ausgefallene und vielleicht sogar völlig absurde Idee neue Impulse setzen.

Sie kennen ja den Satz: „Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.“

Unter dieser Maxime stehen einige der Ideen an dieser Stelle. Sie müssen Sie ja nicht umsetzen. Vielleicht bringen Sie diese Vorschläge ja auf ganz andere Konzepte. Und dann wäre das ja auch gut.

Weg mit der Fleischtheke

Umsatz in der Fleischtheke, den machen viele Händler vor allem zum Wochenende hin. Montags und dienstags kann aufgeräumt werden, werden Salate gegen die Abschriften gemischt. Sonst ist ja kaum was los. Warum nicht mal ganz radikal aufräumen und die Wursttheke ein Stück weit ausräumen und hier stattdessen mal zwei Tage lang nur vegetarische Produkte in Bedienung anbieten?

Rein in die Tüte

Okay, ich weiß. Das ist jetzt ein heikles Thema: Die Waren für den Kunden an der Kasse einpacken.
Nachteil 1: Es erhöht die Personalkosten.
Nachteil 2: Der immer wieder gehörte (und getestete) Glaube, der Kunde möge das nicht.  

Was dafür spricht:
1. Angesichts der Lieferdienste gewöhnt sich der Kunde an gepackte Tüten.
2. Das Internet ist voll mit ironischen Bemerkungen über die Schnelligkeit beim Kassieren und das eigene lahme Tempo beim Einpacken.
Das „Battle“ verlieren die Kunden regelmäßig. Irgendwann wird es zum Frust. Im letzten Moment des Einkaufs. Der bekanntlich der Eindruck ist, der hängen bleibt. Ein Kompromiss: Öffnen Sie doch eine Kasse mit Einpack-Service.

Raus aus dem (Tarif-)Alltag

Viel ist gerade die Rede über die Löhne im Einzelhandel. Über Tarife. Über Anerkennung der Mitarbeiter. Da wird wieder um Prozente gefeilscht, Politik gemacht und am Ende geht es um ein paar Cent. Ob das motiviert? Ich denke nicht.
Machen Sie doch lieber mal etwas ganz Ungewöhnliches. Verleihen Sie den Markt einen Tag lang an die Mitarbeiter. Ein Tag, den sie nach Lust und Laune mit Aktionen und Ideen gestalten können – und „schenken“ Sie ihnen dann den Tagesumsatz.

Ran an die Öko-Sünder

Nachhaltigkeit ist das Mega-Thema. Macht man meist so mit. Man hat ja noch anderes zu tun. Aber trauen Sie sich und den Kunden ruhig ein bisschen was zu: Schaffen Sie einen Tag in der Woche radikal das Plastik in der Obst-und-Gemüse-Abteilung ab. Räumen sie plakativ beispielsweise Avocado (Umweltsünder wegen hohem Wasserverbrauch) einen Tag lang komplett weg. Ihnen fällt da sicher noch mehr ein.

Her mit den Kombis

App-Bestellungen von Lieferdiensten können immer öfter als Kombi geordert werden. Da gibt’s dann die Tomatensoße zu den Nudeln gleich dazu. In einem Klick geht’s zum Mittagessen. Ich weiß nicht, ob die Dienste auch komplexere Sachen zusammenbekommen, beispielsweise Königsberger Klopse mit Kapern, aber die Idee zählt.
Das können Sie doch auch! Stellen sie beispielsweise ein „Menu-Tipp des Tages“ als Sonderaufbau zusammen. Dann muss ich nicht wieder gucken, wo die Kapern eigentlich letztes Jahr gestanden haben. Eigentlich ja logisch: Was im Handzettel zusammengehört, steht auch auf der Fläche zusammen.

Weg mit dem Geld

Noch ein ganz verrückter Vorschlag. Geben Sie das Geld mit vollen Händen aus. Investieren Sie in Personal, in neue Technik, in die Ausrichtung zum Kunden und in die Sortimente. Investieren Sie in Genuss, Gefühle, Kompetenz und Erlebnisse. Und zwar gerade jetzt, bevor der Leidensdruck durch den Onlinehandel größer, und die Marge knapper wird. Bevor nämlich das Geld für nötige Modernisierungen dann fehlt. Denken Sie an die alte Kaufmannsregel (ohne Gewähr): Wenn man das Geld vorne mit vollen Händen rauswirft, wird es hinten mit dem Lkw wieder reingefahren.

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