Kolbrücks Kracher: Warum man manchen Kunden d...
Kolbrücks Kracher

Warum man manchen Kunden den Stinkefinger zeigen muss

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Lawinen an Dummheit, kübelweise Aggression – Kunden laden so einiges bei den Mitarbeitern ab. Das muss man nicht immer aushalten.

Kritik ist gut. Kritik ist wichtig. Sie hilft Kaufleuten und dem Team, besser zu werden. Doch vielfach geht es den Kunden nicht mehr um sachliche Kritik. Die wollen nur pöbeln, schlechte Laune verbreiten und ihr eigenes Unglück auf andere abladen.

In der Regel mühen sich Kaufleute, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst dann um Höflichkeit, wenn nörgelnde, unfreundliche, nervige Kunden, die mit allem unzufrieden sind, entfesselt herumpampen. 

Doch der Satz "Der Kunde hat immer Recht", den wir übrigens Harry Gordon Selfridge,  Gründer des Kaufhauses Selfridge's in London, verdanken, passt für solche Kunden nicht mehr.

Anonyme Beleidigungen

Inbesondere bei aggressiven und unflätigen Kunden müssen sich Kaufleute schützend vor ihre Mannschaft stellen. Denn pöbelnde Kunden machen krank.

Kaufleute und Marktleiter tun das auch. Mit Bravour.

Zum Beispiel Edeka Legat.

Dort ging anonyme Post eines Kunden ein, der sich in einem vor Fehler strotzenden Text über eine Mitarbeiterin nicht bloß beschwerte, sondern diese gleich übelst verunglimpfte und beleidigte: „Abstoßend, abscheulich nahezu ekelhaft wirkt ihr Äußeres. Warum tun sie es ihren Kunden an und beschäftigen solch eine Person?“

Stefan und Claudia Legat taten das einzig Richtige, stellten sich öffentlich bei Instagram und Facebook hinter die Mitarbeiterin und zeigten dem anonymen Schreiber auf höfliche Art – nun ja - den Stinkefinger.

„Ihr Brief ist für uns weder konstruktiv noch sachlich, sondern in höchstem Maße despektierlich und die Person, von der Sie schreiben, ist ein MENSCH. … Menschen, die in unserem Beruf arbeiten, müssen sich einiges anhören, vor allem in den letzten Jahren und sich ein „dickes Fell“ aneignen. Vor allem, weil Kunden wie SIE nicht wissen, wie man sich anderen Menschen gegenüber verhalten muss.“
Und weiter:
„Sie, als Verfasser dieses unfassbaren Briefes beschweren sich über das “freche“ Mundwerk? Wir bitten Sie freundlich, eben dieses bei sich selbst zu zügeln. Wenn Sie mit so einer Einstellung unser Personal schlecht behandeln, kaufen Sie bitte Ihre Lebensmittel wo anders ein.“


Lob für den Kunden-Rauswurf


Die Resonanz auf den Kunden-Rauswurf: Überwältigend. Positiv. Bei Instagram und Facebook folgte eine Flut an Zustimmung, inklusive jeder Menge Lob für Markt und Team.

Sogar Kunden im Markt reagierten. „Heute morgen haben wir von einem Kunden jeder eine rote Rose bekommen“, berichtet das Team.

Edeka Legat ist übrigens nicht alleine mit seiner Haltung, auf unverschämte Kunden mit Vergnügen zu verzichten.

Rewe-Kauffrau Talja Sommer, deren Tiktok-Kanal voll ist mit abstrusen und unverschämten Kunden-Geschichten, gönnte sich beispielsweise einen Freudentanz, weil „Herr Motzkosvski“ nie wieder einkaufen kommen will.

 

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