Kolbrücks Kracher: Machen Sie mehr Geschenke
Kolbrücks Kracher

Machen Sie mehr Geschenke

IMAGO / Panthermedia

Aus dem Urlaub bringen wir gerne ein Andenken mit. Als schöne Erinnerung. Schenken Sie Ihren Kunden doch auch öfter mal ein Souvenir. Das tut dem Umsatz gut.

Haben Sie alle Schultüten verschenkt und verteilt? Vermutlich ja. Und vermutlich können manch besonders clevere Eltern, die von Laden zu Laden und von Ort zu Ort gezogen sind, mit Schultüten jetzt einen eigenen Laden aufmachen.
Die traditionelle Aktion ist ja nicht nur in Supermärkten Brauch. Auch in anderen Branchen finden sich immer wieder Hersteller, die derlei querfinanzieren.

Natürlich sind Geschenke eine schöne Sache. Das freut den Kunden. Aber es sollte bitte ein Geschenk sein, bei dem man auch später noch weiß, ob es vom Supermarkt kam, oder - sagen wir - von „Reifen Schmidt“.

Kleinigkeiten machen Freu(n)de

Besser im Gedächtnis behalten habe ich da die Idee mit dem Klopapier. Andreas Lück im Rewe in Oranienburg hat am Tag des Toilettenpapiers (den gibt es wirklich) seine Kunden ganz profan mit einer Rolle Toilettenpapier beschenkt.
Nun wird die Rolle zwar inzwischen nicht mehr mit Gold aufgewogen, aber sie hat ja so etwas wie eine tiefe emotionale Bindung beim Kunden.

Der Tag des Toilettenpapiers ist vor allem ein schönes Beispiel dafür, dass Kaufleute ein nichtiger oder abstruser, oder besser noch gar kein Anlass genügen sollte, um die Kunden zu beschenken. Und zwar öfter.  

Warum?

In Zeiten, in denen sich jeder auf das Kundenerlebnis konzentriert, Sortimente, Produkte und Preise poliert, bleibt nicht mehr viel, um sich vom Wettbewerber ein paar Straßen weiter, der womöglich sogar bessere Parkplätze hat, abzuheben.

Was der Kunde daher braucht, ist ein Andenken an den Markt. Ein Souvenir, das ihn an sein Einkaufserlebnis erinnert. Schenken Sie ihm dieses Souvenir in Form einer kleinen Aufmerksamkeit.  
Es führt dazu, dass die Kunden danach ihre Einkaufsentscheidung mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf treffen.

Das sagt die Wissenschaft

Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen.
In seinem Buch "Die Psychologie des Überzeugens" berichtet der Psychologe Dr. Robert Cialdini, wie ein Kellner sein Trinkgeld um 3 Prozent erhöhte, als er den Gästen nach dem Essen zusammen mit der Rechnung ein Minzbonbon reichte. Als er zwei Minzbonbons dazu legte, stiegen die Trinkgelder sogar um 14 Prozent.

Wenn ein Mensch nämlich etwas umsonst bekommen, fühlt er sich besonders und möchte sich revanchieren. Denn ein kleines Geschenk gibt ihm das Gefühl, dass er die wichtigste Person im Geschäft ist. An dieses Gefühl wird sich der Kunde erinnern - und dann spielt es keine Rolle mehr, dass Ihr Parkplatz kleiner oder die Butter 2 Cent teurer ist. Er wird immer wieder zu Ihnen kommen, um diese positiven Emotionen erneut zu erleben.

Schenken Sie Ihren Kunden daher öfter mal eine kleine Aufmerksamkeit - und sei es auch nur Toilettenpapier.  

Kolbrücks Kracher geht in die Sommerpause. Am 30. September geht es weiter.

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