Interview: Gastronomie in Supermärkten: „Der ...
Interview: Gastronomie in Supermärkten

„Der Megatrend heißt Snacken“

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Pierre Nierhaus ist Berater und Trendexperte für die Hospitality- und Lifestyle-Branche. Die Pierre Nierhaus Consulting GmbH sitzt in Dreieich, südlich von Frankfurt am Main.
Pierre Nierhaus ist Berater und Trendexperte für die Hospitality- und Lifestyle-Branche. Die Pierre Nierhaus Consulting GmbH sitzt in Dreieich, südlich von Frankfurt am Main.

Supermärkte können im Mittagsgeschäft noch viel rausholen. Sie müssen nur lifestyliger werden. Das sagt Pierre Nierhaus, Berater und Trendexperte für die Hospitality- und Lifestyle-Branche.


Herr Nierhaus, die Themen Ausgehen und Reisen waren in den vergangenen Monaten tabu. Langsam kommen sie wieder. Was wird sich durch Corona verändern?
Die Menschen haben einen riesengroßen Nachholbedarf, zu reisen, rauszukommen und Freunde zu treffen. Sie wünschen sich Erlebnisse. Das heißt: Die Gastronomie in Deutschland wird boomen. Das Reisen wird sich aber aus Vorsicht noch hauptsächlich auf den deutschsprachigen, europäischen Raum beschränken.

Welche Chancen sehen Sie für Supermärkte?
Grundsätzlich verliert die Gastronomie das Mittagsgeschäft. Der Megatrend heißt Snacken. Hier sind Supermärkte gefragt, lifestyliger zu werden. Frisch belegte Sandwiches, Salate – damit können sie punkten. Auch die Gastro-Bäcker werden trumpfen. Hinzu kommt, dass die Deutschen ihre Freunde wieder verstärkt einladen. Was früher das reine Grillen war, ist heute das Erlebniskochen zu Hause. Da wird experimentiert – und entsprechend Premium eingekauft.

Welche Trends kommen bei Essen und Trinken?
Flexitarier bestimmen den Markt. Vegane Gerichte mausern sich zu eigenständigen Gerichten. Die Relevanz von Plant-based und No waste wird zunehmend anerkannt. Bio ist Standard, die handwerkliche Herstellung ist wichtiger. Die Sinnhaftigkeit ist beim Essen dazugekommen: gut für mich, gut für die Umwelt, gut für die Tiere. Internationale Gerichte werden durch regionale Zutaten neu interpretiert. Getränketrends sind Alkohol light oder zero Alkohol.

Was können Supermarktbetreiber von Gastronomen in Sachen Gastfreundschaft lernen?
Man sollte die Menschen nicht als Kunden, Patienten oder Mandanten behandeln, sondern als Gäste. Wichtig ist, mit ihnen in den Dialog zu treten. Die Auskunft, wo die Salami liegt, reicht nicht aus. Die Nachfrage, was sie damit vorhaben, das Gespräch darüber, bindet die Kunden an den Markt. Und natürlich muss man immer freundlich sein.

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