„Compact“-Magazin": Edeka wegen Auslage des r...
„Compact“-Magazin"

Edeka wegen Auslage des rechten Magazins "Compact" in der Kritik

compact/Edeka
Das Magazin des Anstoßes.
Das Magazin des Anstoßes.

Das vom Verfassungsschutz als „gesichert extremistisch" eingestufte Magazin „Compact“ soll bei Edeka nun endgültig aus den Regalen fliegen. Anlass ist ein Sturm der Entrüstung nachdem das Heft ausgerechnet als „Titel der Woche“ in den Regalen angepriesen wurde.

Das jüngste Heft war zudem ein besonders perfides Beispiel der Stimmungsmache. Das Titelbild zeigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit dem Satz "Warum dieser Mann schlimmer als das Virus ist". Platziert waren die Worte direkt unter der Nase und erinnerten so an einen Hitler-Bart.

Nachdem die Grünen-Politikerin Jenny Jasberg den Titel in einer Edeka-Filiale in Hamburg-Neuallermöhe derart angepriesen entdeckt hatte, lief sie Sturm.  

Edeka reagierte prompt und erklärte, dass der Filialleitung die politische Einordnung des Magazins nicht bekannt war.
Damit nicht genug. Das Magazin soll nun, so Edeka Nord, komplett aus den Regalen verschwinden und grundsätzlich an den Lieferanten remittiert werden.

Der Handel und „Compact“ - Es ist kompliziert

Der Streit um „Compact“ schwelt schon seit Jahren. Durchweg alle Handelsketten mussten sich immer wieder Kritik an der extremistischen Auslage gefallen lassen. Spätestens seitdem Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, die „Compact-Magazin GmbH“ 2020 zum Verdachtsfall erklärte und festhielt, dass Heft bediene sich „revisionistischer, verschwörungstheoretischer und fremdenfeindlicher Motive“.

Dabei ist es gar so einfach, ein missliebiges Printprodukt aus den Regalen zu entfernen.
Denn der Handel bekommt die Zeitschriften von einem Grossisten, einem Unternehmen im Pressegroßhandel. Der Handel stellt dem Grossisten lediglich die Regalmeter zur Verfügung.
Vom Grossisten aber verlangt der Gesetzgeber die Gewährleistung von Pressefreiheit und - vielfalt. Weltanschauung darf da kein Hinderungsrund sein. Was nicht verboten ist, wird also geliefert. Und was geliefert wird - kommt ins Regal. Das Heft im Regal in Hamburg ist denn aktuell auch kein Einzelfall:

Verteilung durch Grossisten

Schon 2020 kam indes auch Rewe zu dem Ergebnis, dass es nicht zumutbar sei „Presseobjekte, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen vom Grossisten ins Presseregal platziert zu bekommen.“
Trotzdem rutscht die Publikation der extremen Rechten immer wieder durch. Das liegt auch daran, dass es in Deutschland knapp 50 Grossisten mit eigenen Gebieten gibt und die Zuteilung von Verkaufszahlen abhängig ist. In der Regel kann eine Zeitschrift erst aus der Zuteilung entfernt werden, wenn es nach mehreren Wochen keinen Abverkauf gab.

Ein Magazin, dass man eigentlich nicht im Laden haben möchte, also auch noch prominent herauszustellen, ist da also nicht hilfreich.

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