Corona: Diese Tech-Innovationen machen Superm...
Corona

Diese Tech-Innovationen machen Supermärkte sicherer

IMAGO / Westend61
Einkauf mit Maske: Technik kann den Schutz von Mitarbeitern und Kunden verbessern.
Einkauf mit Maske: Technik kann den Schutz von Mitarbeitern und Kunden verbessern.

Anbieter von POS-Technologie unterstützen Supermärkte immer kreativer beim Verkauf unter Corona-Bedingungen. Ein Überblick über die wichtigsten Anwendungsgebiete und Systeme.

Intelligente Zugangskontrolle, Einkaufswagenschleusen, Virenbekämpfung  mit UV-Licht und innovative Luftreiniger: In diesen  Segmenten finden die auffälligsten Neuerungen statt.  Vor allem private Supermarktbetreiber greifen sie gern auf.

Wie Edeka-Kaufmann Sven Komp in Hamminkeln: Er setzt auf eine lasergesteuerte Zugangskontrolle mit einem System der LASE PeCo  Systemtechnik in Wesel. Die webbasierte Lösung meldet per App  an die Mitarbeiter auf der Fläche alle 30 Sekunden die Belegung  des Marktes in Prozent, den sogenannten „Füllstand“. Bei 80 Prozent schaltet es den Monitor am Eingang auf Gelb, bei 90 Prozent  auf Rot. „Wir erkennen, wie viele Marktbesucher wir haben und wie viele im Markt wirklich etwas kaufen – und nicht beispielsweise  nur zum Bäcker in der Vorkassenzone gehen. Außerdem lässt sich  das System mit weiteren Sensoren bei Bedarf erweitern. Wir nutzen  es also noch gar nicht voll aus“, sagt Komp.  

Ampelsysteme mit Zusatznutzen

Erst der Zusatznutzen macht Ampelsysteme über die Corona-Zeit  hinaus wertvoll. So gibt es auf dem Markt umfassende Lösungspakete  mit Anbindung an das Unternehmensnetz. Ein Beispiel ist  der „3D People Counter“ von Ladenausrüster Wanzl in Leipheim. Ein sensorgestützter Personenzähler erfasst die Kunden.
Hier gibts noch mehr Innovationen
Der Lebensmittelhandel investiert zunehmend in die Digitalisierung der Läden. Wie High-Tech und Software am Regal, an der Kasse, für Mitarbeiter und Kunden Einkaufserlebnis und Management verbessern können, das zeigt das LZ direkt Whitepaper "Retail Technology" auf insgesamt 40 Seiten. Hier geht's zum Download.
Das System  zeichnet keine Videos auf und erkennt auch keine Persönlichkeitsmerkmale.  Wartende vor dem Eingang informiert der Bildschirm  sowohl über die aktuelle Personenzahl im Markt als auch  über die aktuellen Zutrittsmöglichkeiten. Die maximale Anzahl an  Personen ist in Abhängigkeit der Quadratmeter zur Raumfläche  einstellbar.  

Das System ist an das Store-Management System „wanzl connect“  anschließbar: Mit weiteren Kameras im Markt lassen sich umfassende  Daten erheben: beispielsweise, ob sich Kunden sammeln (Zonentracking)  oder wie der Kundenstrom in ausgesuchten Sektoren verläuft  (Heatmapping). Das hilft bei Marketingaktionen oder etwa der Frage, an welchen Stellen man auf dem Kundenlaufweg am  besten einen Themenaufbau platziert. Auch zur Optimierung des  Personaleinsatzes oder für die Steuerung der Kassenplatzöffnungen  ist das System nützlich.

Wanzl 3D People Counter

Eine Zugangskontrolle dieser Art, ebenfalls  mit Anbindung an Analysetools, bietet Checkpoint Systems mit  der Lösung „SmartOccupancy“. Der amerikanische Retailtech-Spezialist  ist auf dem Gebiet der Kundeneinlass- und Warensicherungssysteme tätig: Kundenzählung durch Türsteuerungssysteme  sowie Warensicherung durch RF-Technik in Stelen.
Vor allem in  privat  geführten Edeka-Märkten ist Checkpoint vertreten. Als Beispiel nennt das Unternehmen Edeka Karsten Johst in  St. Peter Ording. „Kundeneinlass-Systeme sind sicherer und zuverlässiger  als der Personaleinsatz und bieten Zusatznutzen für den  Supermarkt – beispielsweise fürs Marketing. Das ist durch die  Corona-Krise deutlicher geworden. Viele Systeme werden deshalb  auch bleiben, wenn Corona vorbei ist“, sagt Sales-Manager Food  Jens Wolter.

SmartOccupancy | Checkpoint Systems

Guter Hygieneschutz

Bei den Einkaufswagenschleusen zur Desinfektion setzen viele  Händler auf platzsparende und wartungsarme Geräte. Ein Beispiel  ist das Desinfektionsgerät „Desocube“ von Saiko Maschinentechnik  in Herford. Es kommt etwa mit dem Platz einer Europalette aus.  Der 20-Liter-Tank soll für rund 3.500 Einkaufswagen reichen.  Per WLAN-Anbindung meldet sich das Gerät selbst, wenn es eine  Störung  gibt.  Kunden schieben den Wagen ein, drücken nur einen Knopf. Nach  dem Knopfdruck desinfizieren sich die Kunden die Hände.

Händler  wie Sven Komp in Wesel oder der Marktkauf-Kaufmann Thomas Lehr in Paderborn berichten, dass die Marktbesucher das einfache  Prinzip gut annehmen.  Dazu sorge es für Vertrauen der Kundschaft in den Hygieneschutz. 
Der Desocube im Einsatz.
Desocube
Der Desocube im Einsatz.
Einfachheit wirkt verkaufsfördernd: „Durch den Einsatz von Technologien  wird nicht nur das Hygienemanagement der Lebensmittelhändler  im Rahmen der Corona-Pandemie vereinfacht, sondern  auch die Zufriedenheit von Konsumentinnen und Konsumenten auf  einem hohen Niveau gehalten“, sagt Dr. Eva Stüber, Mitglied der  Geschäftsleitung am Institut für Handelsforschung (IfH) in Köln  gegenüber  Lebensmittel Zeitung direkt.  

Der Ladeneinrichter Topshop1a in Bad Salzuflen ist mit dem System  „E-Clean“ auf dem Markt, das neben Griffen von Einkaufswagen auch Körbe reinigt. Ein weiterer Dienstleister in dieser Sparte ist  Igefa in Ahrensfelde mit dem Desinfektionstunnel „stream PRO  eco“. Der österreichische Dienstleister Trolley Wash Services kommt  mit einer mobilen und vollautomatischen Waschanlage zum Super  markt.  Neu ist die „Trolley Wash Station“, die dauerhaft stehen  bleiben  kann. Shopbox in Thalheim ist ein weiterer Dienstleister für  mobile Einkaufswagenreinigung vor Ort. 

UV-C-Licht bekämpft die Viren

Eine neue Methode für die Virenbekämpfung in der Luft ist UV  Licht,  konkret kurzwelliges ultraviolettes Licht: UV-C-Licht. Es kann künstlich erzeugt und dazu genutzt werden, Viren einschließlich  des Covid-19-Erregers sowie Bakterien und Keime zu bekämpfen. Als Paradebeispiel gilt der Hamburger Edeka-Kaufmann Dr. Dirk-Uwe Clausen. In seiner 1.315 Quadratmeter großen Filiale am  Standort Alter Güterbahnhof installiert er 31 UV-C-Geräte zur Luftdesinfektion  sowie eine UV-C-Kammer zur Desinfektion von Gegen  ständen.

Die Strahler stammen vom Lichtspezialist Signify. Sie sind  hoch an Säulen und Wänden installiert und wegen der Strahlenbelastung  abgeschirmt. Die UV-C-Strahler desinfizieren vorbeiströmende  Luft im oberen Bereich des Raumes. Die Luftzirkulation im  Raum bewirkt, dass sich die desinfizierte Luft mit den unteren Luft  schichten  vermischt. Zudem dient in dem Markt eine Desinfektionskammer  zum Desinfizieren von Objekten und gemeinsam genutzten  Geräten, beispielsweise Handscannern. Signify wird in Kürze  weitere UV-C-Produkte auf den Markt bringen. 

Ebenso innovativ bei der Virenbekämpfung sind Luftfilter. Anbieter  eines neuen Systems ist die Debetek Vertrieb Nord GmbH in Köln  mit den Luftreinigung-Hygieneanlagen „Easy“, eine mobile Anlage,  und „RLT“ als Add-on für bestehende Klimaanlagen. Das System  zerstöre Coronaviren und beseitige Keime, Viren und Bakterien.  Die Technologie verwendet H2O2, das laut dem Unternehmen die Lipid-Schicht in der Hülle der Coronaviren zerstört, diese inaktiviert  und unschädlich macht. Die Wirksamkeit hat Debetek getestet. Im  Dezember 2020 ist eine 99,94-prozentige Effektivität in der Eliminierung  von Coronaviren in Räumen und auf Oberflächen  bestätigt  worden. Die Geräte müssen nicht permanent laufen und sind  geräuschärmer  als herkömmliche Luftreiniger.

Service, Sortiment und Hygiene verknüpft indes der „Prevent“  der Harting Technologiegruppe. Der Verkaufsautomat bietet auf  Knopfdruck diverse Hygieneartikel wie Gesichtsmasken, Desinfektionstücher  und Einmalhandschuhe für den Sofortbedarf, die  kontaktlos  bezahlt werden können. Er kann damit beispielsweise  im Eingangsbereich nützlich sein.    

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