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Gesichtserkennung an der Kasse: Aldi, Tesco und Co preschen vor

IMAGO / agefotostock

Bezahlen per Gesichtserkennung. Ein technischer Traum? Oder ein Alptraum? In jedem Fall wird das Modell auch in Europa jetzt realer.

China, natürlich. Das böse Vorbild in Sachen Überwachung. Dort ist Bargeld zunehmend verpönt. Das kontaktlose Bezahlen an der Supermarktkasse gelernt. Auch per Gesichtserkennung.

Aber selbst dort war das nicht ohne Schwierigkeiten. Hürde für die Akzeptanz im Reich der Mitte, wo man selbst den Diebstahl von Klopapier in öffentlichen Toiletten durch den Kauf per Gesichtserkennung verhindert, war aber nicht der Datenschutz. Sondern die Eitelkeit der Nutzer.
Sobald Kunden – auch männliche - ihr Gesicht auf dem Display an den Supermarktkassen sahen, fanden sie sich auf den Kamera-Aufnahmen unvorteilhaft getroffen. Die Lösung: Beim Bezahlen wird inzwischen automatisch ein Beauty-Filter angewendet, und die Gesichtszüge werden leicht verbessert.

Biometrische Gesichtserkennung verhindern

Da gruselt es deutschen Datenschützern, während manch ein Kunde womöglich eher praktisch denkt und sich für ein paar Treuepunkte ein Lächeln abringen würde.

Aber erstmal steht Alarm auf der Tagesordnung. Der oberste Datenschützer von Baden-Württemberg, Stefan Brink, warnte gerade noch einmal davor, die Gesichter von Kunden und Kundinnen zu erfassen. Das seien seien höchst sensible biometrische Daten. Die Ampelkoalition will die biometrische Gesichtserkennung zumindest im öffentlichen Raum verbieten.

Test in Großbritannien

In Großbritannien, wo ja in Städten gefühlt inzwischen jeder Baum am Straßenrand kameraüberwacht wird, geht man da hemdsärmliger vor und „verkauft“ die Technik mit dem Argument „Jugendschutz“.  

Tesco, Co-op, Asda, Aldi und Morrisons testen dort nun eine Technologie zur Altersschätzung durch das Gesicht, die das Alter eines Kunden beim Kauf von Alkohol errät.

Unter anderem wurde die vom Dienstleister Yoti entwickelte Technologie jetzt in der neuen durchautomatisierten Shop&Go-Filiale von Aldi eingeführt, die in Greenwich eröffnet wurde.
Der erste kassenlosen Store des Discounters in London.
Aldi
Der erste kassenlosen Store des Discounters in London.
Ein Anfang. Und ein erstes Argument für die Gesichtserkennung. Ein weiteres wird alsbald vielleicht Bequemlichkeit sein, wenn man nur noch guckt und  - zack – bezahlt hat.

So wie in Russland. Der hat führende russische Lebensmitteleinzelhändler X5 Retail Group im vergangenen Jahr in seinen Märkten der Kette Perekrestok zusammen mit Visa an SB-Kassen einen "Bezahlen mit einem Blick"-Service gestartet.

Bezahlen per Gesichtserkennung in Moskau

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