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Foodschau: "Ich will nicht einfach alles toll finden"

Robert Paul

Von Food-Influencern erwartet man, dass ihnen jedes Produkt toll und lecker schmeckt. Nicht so bei Robert Paul von der Foodschau. Seine Fans lieben ihn dafür. Markenhersteller kommen trotzdem (oder gerade deswegen) nicht an ihm vorbei.

Wie aufwändig ist die Arbeit als Food-Influencer?
Ich bin 2015 gestartet, weil mich neue Produkte und Foodboxen interessierten. Der Account ist dann recht schnell gewachsen, obwohl ich das nebenberuflich mache. Inzwischen fokussiere ich mich auf zwei Tage für die Produktion der Inhalte. 15 Stunden kommen da in der Woche zusammen.

Was treibt Sie weiter an?
Ich sehe so viele geile Produkte, die es verdient haben, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.
Über die Foodschau
Robert Paul oder auch „Bob" von der Foodschau" erreicht auf Instagram 75.000 Follower, fast 11.000 Abonnenten bei YouTube und über 134.000 Fans bei TikTok. 2021 wurde "FoodSchau" zum „Top New Influencer 2021" bei den Young Brand Awards 2021 gewählt. Robert Paul lebt in Ostwestfalen zwischen Detmold und Lemgo.
foodschau
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Sie gehören zu den Food-Influencern, die Produkte auch schon mal nicht so lecker finden. Ist das in Ihrem Metier nicht eher ungewöhnlich?
Ich will nicht nur alles einfach toll finden. Viele meiner Follower kennen meinen Geschmack. Sie erwarten meine ehrliche Meinung. Diese Glaubwürdigkeit muss ich mir erhalten. Dazu gehört für mich auch, dass ich mich mit den Nährwerten und Inhaltsstoffen beschäftige. Darüber klären nicht viele Influencer auf.

Wie reagieren die Hersteller?
Manche finden es gut und nehmen sich die Kritik zu Herzen. Das ist auch für die Hersteller ein wichtiges Feedback. Natürlich gibt es aber andere Reaktionen.
Ausschnitt aus dem Instagram-Auftritt.
Foodschau/Instagram
Ausschnitt aus dem Instagram-Auftritt.
Wie kommen Sie an neue Produkte?
Viele Artikel kaufe ich selbst ein. Selbstverständlich schicken mir Marken auch neue Produkte, weil sie auf eine Veröffentlichung hoffen.

Zeigen Sie alle neuen Schokoriegel, Getränke, Tiefkühlpizzen und Snacks, die so im Regal und in ihrem Kühlschrank landen?
Früher habe ich alles gezeigt, inzwischen wähle ich genauer aus. Aber im Grunde gibt es nichts, was ich nicht selbst probiere. Meinetwegen auch Insekten.

Und bei Kooperationen?
Ich bin einer der weniger Influencer, die auch gerne einmal ein Produkt kritisieren. Dadurch habe ich weniger Kooperationen. Ich lasse mir aber nicht vorschreiben, was ich sage. Angebote, die mir eine Bewertung vorschreiben wollen, lehne ich ab.
Außerdem schreibe ich immer Werbung davor und kennzeichne es als bezahlte Partnerschaft, wenn es bezahlt ist. Das würde ich mir von anderen Influencern auch zuweilen wünschen. Manche sind da nicht immer transparent.

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Was wünschen Sie sich von Werbepartnern?
Mehr Offenheit bei der Kooperation und klare Aussagen über die Wünsche und Ziele wären nützlich. Die Markenhersteller sollten Influencern auch auf Augenhöhe begegnen, als eigene Marke akzeptieren und nicht nur als Abspielkanal begreifen. Social Media ist ja außerdem auch sehr wichtig für die Marktforschung.

Gibt es No-Gos bei Produkten?
Wenn die Zutaten eines Produkts einfach richtig schlecht sind.
Es gibt so viele tolle Lebensmittel. Da sollte man bewusster einkaufen.
Was essen Sie selbst am liebsten?
Ich ernähre mich flexitarisch, gerne höherwertig und bewusst nachhaltig.  Als Food-Influencer mit all den Snacks und Süßigkeiten ist das manchmal schwierig, daher versuche ich, das bewusst auszugleichen. Käse kaufe ich privat beispielweise nur an der Käsetheke. Es gibt so viele tolle Lebensmittel. Da sollte man durchaus hin und wieder bewusster einkaufen.

Wo sehen Sie die nächsten Food-Trends?
Es gefällt mir gut, dass im veganen Bereich so viel passiert. Laborfleisch könnte auch ein spannendes Thema werden. Was rund um Algen passiert, sieht vielversprechend aus. 
Serie Food-Influencer
In loser Folge stellen wir wichtige und relevante Food-Influencer und reichweitenstarke Produktblogger rund um den Lebensmittelhandel vor.

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