Umsatzplus mit Brot und Backwaren: Zwei „Bäck...
Umsatzplus mit Brot und Backwaren

Zwei „Bäcker Buwe“ auf Erfolgskurs

Alexander Heimann
Eigener Brand, lokale Lieferanten, viel Convenience: Mit diesem Dreiklang hat Edeka-Kaufmann Sven Stiegler an seiner Back-Bedientheke einen Zuwachs von 50 Prozent hingelegt. Und das in wenigen Monaten.
Eigener Brand, lokale Lieferanten, viel Convenience: Mit diesem Dreiklang hat Edeka-Kaufmann Sven Stiegler an seiner Back-Bedientheke einen Zuwachs von 50 Prozent hingelegt. Und das in wenigen Monaten.

Origineller Brand, handgemachte Waren, hausgemachte Snacks. So haben die Pfälzer „Bäcker Buwe“ Sven und Benjamin Stiegler den Umsatz an der Back-Bedientheke ihres Edeka-Marktes in Frankenthal um 50 Prozent gesteigert.

Wir lassen uns ständig was Neues einfallen“, sagt Edeka-Kaufmann Sven Stiegler, der zusammen mit Bruder Benjamin vier Märkte in der Pfalz führt. Im Dezember 2019 haben die Stieglers ihre Back-Bedientheke im Frankenthaler Markt (1.670 Quadratmeter) auf Vordermann gebracht: Neuer Brand mit Pfälzer Schriftzug –„Stiegler’s Backstubb – die Bäcker Buwe“. Neue Backwaren vom lokalen Traditionsbäcker Frank. Neues kontaktloses Bezahlsystem „Glory“. Die 10 K+U-Mitarbeiter werden direkt angestellt. Sämtliche Neuerungen würden die Kaufleute weiterempfehlen. In wenigen Monaten haben sie auf diese Weise ein Umsatzplus von 50 Prozent erwirtschaftet.

Renner sind Spezialbaguettes

„Die Kunden von heute schätzen das Handwerk wieder. Legen Wert auf lange Gehzeiten der Backwaren, vollen Geschmack. Dafür sind sie auch bereit, mehr zu bezahlen“, weiß Sven Stiegler. Deshalb hat er das Sortiment erweitert: Der lokale Bäcker Frank in Frankenthal-Mörsch hat seinen festen Platz in der Theke. Topseller ist das „König Ludwig Brot“ für 4,60 Euro. Weitere Renner sind Spezialbaguettes um die 3 Euro von Pan Expert. Die kosten 30 Prozent mehr als Durchschnitts-Baguettes und laufen trotzdem super. CSM liefert Maxi-Laugenbrezeln, Laugenstangen, Muffins & Bagels.

Seit Juli gibt es glutenfreie Kuchen und Brote von „Love-me-Cakes“. Die müssen sich umsatztechnisch noch beweisen. Der Bärenanteil des Bedientheken-Sortiments (etwa 70 Prozent) kommt weiterhin von Deutschlands größtem Backwarenfilialisten K+U, einer Edeka-Südwest-Tochter.

In 15 Sekunden Rührei-to-go

Den stetig wachsenden Snacking-Trend bedienen die Stieglers mit einem erweiterten Convenience-Angebot mit 52 Snacks. Vor allem die frisch belegten Brote mit Avocado, Tomate & Mozzarella, Serrano-Schinken & Feige sowie Bergkäse, Serrano-Schinken & Parmesan kommen an. Demnächst gibt es im hauseigenen Steinofen gebackene Pizza. Ansonsten wird im Scraegg-Automat in 15 Sekunden Rührei-to-go zubereitet. Und es gibt selbst zubereiteten Porridge und TK-Smoothies von Wholey.

Eine weitere Neuanschaffung, die sich schnell bezahlt gemacht hat, ist das Glory-Kassensystem. Die Kunden finden es gut, dass sie beim Bezahlen nicht mit Verkäufern in Kontakt kommen. Oben in den Automaten legen sie ihr Geld ein, und unten kommt ihr Wechselgeld heraus. Generell können auch Kleinstbeträge an der Theke mit Karte bezahlt werden.

Nachhaltigkeitsorientierte Kunden werden mit der Linus-Brötchenrutsche glücklich gemacht. „Die haben wir für rund 700 Euro angeschafft. Ein Junge namens Linus hat sie erfunden und bei der TV-Show ‚Das Ding des Jahres‘ vorgestellt“, erzählt Sven Stiegler. Wegen Corona darf sie allerdings im Moment nicht verwendet werden. Generell wirtschaften die Stieglers an der Backtheke nachhaltig. „Unsere Abschriften liegen bei 12 bis 15 Prozent. Was nicht verkauft wird, geht an die Tafel oder an die Lebensmittelretter von ‚foodsharing‘“.

Die Stieglers empfehlen ihren Umbau mit eigenem Logo, das an Theke, auf dem Lieferwagen, an den Fenstern sowie auf den Tüten prangt, uneingeschränkt weiter. Auch dass die Mitarbeiter jetzt nicht mehr bei K+U, sondern direkt bei den Stieglers angestellt sind, empfinden alle als Vorteil. „Wir sind jetzt mehr eine Familie. Und der Erfolg gibt uns Recht.“
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