Trend Home-Cooking: Globus: So kann man jetzt...
Trend Home-Cooking

Globus: So kann man jetzt besser verkaufen

Thomas Schindel
Food-Leiter Francesco Brai: Gewürze sind stark gefragt.
Food-Leiter Francesco Brai: Gewürze sind stark gefragt.

Arbeiten im Home-Office, zeitweise geschlossene Kitas und Schulen sowie der Verzicht auf Reisen lassen Kunden häufiger zu Hause Mahlzeiten zubereiten. Märkte wie der Globus-Standort in Waghäusel-Wiesental spüren den Megatrend Frische.

Ein Kunde fragt nach der Milch. Den Einkaufswagen hat er schon gut gefüllt. Viele Kochzutaten und Spezialitäten sind dabei. Darüber hätte er fast die Standards vergessen.

Kein Einzelfall für Food-Leiter Francesco Brai im Globus Waghäusel-Wiesental. Freundlich geht er mit dem Kunden zum Kühlregal und unterbricht kurz das Gespräch beim Redaktionstermin. Das Geschäft mit Frische läuft gut.
Wie im gesamten Lebensmittelhandel derzeit: Um mehr als elf Prozent ist der Umsatz in Vollsortimentern und Discountern der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge bis einschließlich September gestiegen.

Kunden kochen öfter zu Hause

Im Globus Waghäusel wird der Trend sichtbar: Kunden greifen verstärkt zu Foodartikeln, weil sie häufiger zu Hause kochen. Dafür benötigen sie auch mehr Artikel zum Zubereiten. Etwa Gewürze: Stark gefragt beispielsweise sind Start-up-Produkte wie die von Just Spices.

Die gezielten Nachfragen von Kunden nach Produkten zur Weiterverarbeitung nehmen zu. „Wir sehen den Trend zum Zu-Hause-Kochen an den Umsatzsteigerungen in einigen Warengruppen seit Beginn der Coronakrise“, sagt Geschäftsleiter Mario Limbach. Konkret ablesbar ist er vor allem in den Warengruppen Tiefkühlprodukte, Haushaltsutensilien, Trockensortiment, Convenience sowie Obst und Gemüse. Die Umsatzsteigerungen reichen bis zu zweistelligen Prozentwerten.

Deutliche Umsatzsteigerungen

Für Frische gibt es schon Pläne zu Vergrößerungen. „Bei den Tiefkühlprodukten werden wir die Kapazitäten weiter ausbauen“, sagt Francesco Brai. Die steigende Nachfrage zeigt, wie stark der Home-Cooking-Trend ist. „Er wird bleiben, auch über Corona hinaus“, sagt Jens Lönneker vom Strategieberatungs-Unternehmen Rheingold Salon.

Beim Rundgang durch den Globus-Markt zeigt sich die große Nachfrage. Die Verkaufskräfte sind eifrig mit Nachräumen beschäftigt – selbst an einem späten Mittwochvormittag. Vor allem in den Frischeabteilungen ist viel los.
Schnell umsetzbare Tipps für mehr Umsatz
Logistik optimieren: Vor allem in den Kernsortimenten täglich Verkaufszahlen vergleichen, Bestellzeitpunkte prüfen, Ordermengen anpassen.
Fläche nutzen: Für Schnelldreher mehr Zweitplatzierungen schaffen. Im Tiefkühlsortiment prüfen, ob sich etwa zeitweise zusätzliche Truhen mieten lassen.
Personalplanung verfeinern: Mehr Kräfte für Verräumtätigkeiten einteilen, um Regallücken zu vermeiden. Dabei verkaufsstarke Zeiten berücksichtigen.
Vermarktung forcieren: POS-Marketing wie Aufsteller, Wobbler, Ladenfunk oder Wochenwerbung einsetzen, um Kompetenz bei Foodartikeln zu verdeutlichen.
Regionalität herausstellen: Beispielsweise das Trockensortiment um ortsnahe Erzeuger ergänzen – etwa vom nahen Pastafabrikanten oder Kaffeeröster.
Verbundeffekte spielen: Für das Kochen zu Hause geeignete Warengruppen zusammen platzieren. Nonfood integrieren.
Vielfalt bieten: Große Auswahl lockt neue Kunden und inspiriert Stammkunden zum Wiederkommen.

Die Renner: Frischeconvenience mit Maultaschen, Suppeneinlagen & Co, regionale Produkte sowie Artikel aus der Eigenproduktion. Obst und Gemüse legt Food-Leiter Brai zufolge leicht zu.

Der starke Kundenandrang hier ist fast normal: Die Frischeabteilung hat die Größe eines kleinen Supermarktes. Etwas ruhiger wird es im Backzutaten-Sortiment. Bei Nonfood spielt der Markt seine Flächenvorteile aus. Töpfe, Pfannen und Geschirr bekannter Marken sind nach Verwendungszweck arrangiert. Kreatives Kochen spielt eine immer größere Rolle. Kochveranstaltungen, etwa in der voll ausgestatteten Showküche, sind beliebt. Sie sollen, sobald es die Pandemiemaßnahmen wieder zulassen, fortgesetzt werden.

Von Klassikern wie Schnitzel über Low-Carb- Küche oder Thermomix-Kurse bis hin zu Tapas- oder vegetarischen Abenden bietet das Haus zahlreiche Veranstaltungen. Geplant sind neue, erschwingliche Kochkurse speziell für junge Menschen in der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren.

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